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Motivation

Über meine Wahrnehmungen mache ich Erfahrungen, die ich mit zuvor Erfahrenem in Verbindung bringe.

Dabei entsteht eine Resonanzbeziehung, die sich in meinen Installationen etc. spiegelt. Das bildnerische Denken gelangt dabei zu einer absoluten Klarheit, seine Zeichen sind ungetrübt von den Ambivalenzen und Unwägbarkeiten der „normalen“ Sprache. Es ist hermeneutisch betrachtet kein bloßes Spiel verselbständigter Zeichen, das gesamte System verdeckt nicht nur, sondern es entdeckt auch.

 

Gleichgewicht, Schwerkraft, Leichtigkeit, Balance, Zerbrechlichkeit werden mit ungewöhnlichen Materialien spielerisch ausgelotet.

Über die reinen Formprobleme (Reihen, Spiegelungen, Wiederholungen, … ) hinaus arbeite ich thematisch und greife dabei auch gesellschaftliche Probleme auf. Die Entfremdung des Menschen
von der Natur ist ein zentrales Thema.

„Er hat sein Modulsystem in verschiedensten Materialien und Verwandlungen als raffinierte Sprache zwischen Poesie, Gedankenskizze und Skulptur entstehen lassen.“ – Christina Wendenburg

Von relativer Zerstreutheit

Zwischen Sprache und Gebärde (Geste)

 

Mythen, Symbole und Riten überwuchern unsere Welt . Ein flüchtiger Blick  zeigt mir, dass sie wild sprießen und das Leben in Besitz nehmen. Verhaltensweisen, Denkweisen, Handelsweisen, Vorstellungsweisen, Sprechweisen, ... werden in einer bestimmten Weise wiederholt. Der Form, dem Inhalt und der Funktion nach sind sie anders als die Riten der klassischen Griechen, oder die Mythen des 19. Jahrhunderts. Dennoch gibt es eine strukturelle Identität, die im Moment der Wiederholung liegt.

Ich spreche nicht über die Rituale der Religionen, nicht über die Rituale der Gesellschaften (anthropologisch, ethnologisch, kulturwissenschaftlich). Ich spreche über die Rituale des Einzelnen, in seiner Privatsphäre, in seinem Alltag. Dort haben sie keinen spezifischen Ort und keine spezifische Zeit, oder gerade doch! Überall und jederzeit können Rituale entstehen: Jeder Inhalt, jede Form, jede Ordnung und jede Unordnung kann zum Entstehen von Ritualen beitragen. Nichts ist zwangsläufig, keine Einteilungen, keine Zusammenfassungen, keine Ableitungen und Begrenzungen – die Rituale des Alltags werden in der Regel nicht definiert. Mit Staunen sehe ich  mich einer unendlichen Vielheit einer eigenartigen zuletzt hermetischen Abundanz (Überfluss, Dichte des Vorkommens) gegenüber.

Ich kann sie nicht  fixieren: Sie wirken aufeinander ein, sie wechseln zwischen verschiedenen Ebenen, Sphären, Funktionen: Einem spontanen Verhalten oder Handeln, zuweilen weit vor noch oder jenseits der Sprache, einem Reflex, einem Triebhaftem, einem Zwang, auch einem Willen, einer Inszenierung, einer Absicht, einer Demonstration, einem Zeremoniell, zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein, Willkürlichem und Unwillkürlichem, zwischen Sprachlichem und Nichtsprachlichem. Es ist schwierig nach Sinn, Bedeutung, Signifikation der Rituale zu  fragen. Auch ihre Genesen sind schwer auffindbar zu machen: Sie entstehen plötzlich oder allmählich, bemerkt oder unbemerkt, gewollt oder ungewollt, sie bleiben wie sie sind oder bilden sich fort, bzw. entwickeln sich. Mutationen und Derivationen entstehen ohne Ursprung. Sie sind vergänglich, phasenhaft, oder dauerhaft.

Auch ihre Wirkungen, Motivationen oder gar Funktionen lassen sich nicht vereinheitlichen: Rituale geben Halt und Stabilität oder werfen uns aus der Bahn, sie können Ängste verhindern aber auch verursachen, sie machen uns glücklich oder sperren uns ein, sie bereiten Lust genauso wie Unlust.

Schaffe  ich die Rituale oder schaffen sie mich? Eine Frage, die ich nicht eindeutig  beantworten kann. Einige Rituale sind nicht meine obwohl sie mich erst herstellen: So zum Beispiel  das uns recht alt erscheinende und praktische Ritual „ich“ zu sagen. Halt gibt uns die Wiederholung: Ein erneutes Lachen genauso wie die Tränen der Trauer, die Wiederkehr der Masken, die Wiederkehr des Gleichen und die absolute Zerstreuung des Menschen in seiner Vielfältigkeit.

Unsichtbares sichtbar machen
„Er schätzt Wiederholungen, Reihen und nimmt sich die Freiheit, sie zu durchbrechen“

Sabine Flamme-Brüne
Lippische Landeszeitung

“Wer konsequent eine künstlerische Linie verfolgt wie er, braucht innere Gewissheiten. Die ästhetische Subtilität, die von den Arbeiten ausgeht ist Programm und hart erarbeitet: Beschränkung fordert Disziplin.”

Dr. Manfred Strecker
Die Neue Westfälische

"Kunst ist für ihn mehr ein Tasten und ein Suchen als ein Bescheid wissen. Wenn er zeichnet, dann recherchiere er nach einer Balance zwischen Geist und Instinkt."

Andrea Rohden
Die Neue Westfälische

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